Professioneller Wing Tsun / Escrima - oder allgemein Kampfsportlehrer
Traum oder Albtraum?
Welcher junge Mensch hat nicht schon einmal davon geträumt, sein Hobby zum Beruf zu machen und somit anstatt eines soliden und ordentlichen Berufs die Karriere zum professionellen Lehrer der Kampfkünste / Kampfsportarten einzuschlagen?Spricht man mit jungen aktiven Kampfsportlern, so kann man die Anzahl derer, die sich mit diesem Gedanken beschäftigt haben, sehr wahrscheinlich mit über 90% beziffern. Wie kommt es, dass sich dieser Wunsch in dieser Szene so entwickelt hat? Warum ist dieser Wunsch mehr verbreitet denn je? Bietet dieses in Deutschland nicht offiziell anerkannte 'Berufsbild' wirklich eine solide Basis? Lebt es sich wirklich leichter mit diesem 'Berufsbild' als mit einem 'normalen' Berufsbild?
Der aktuelle Zeitgeist weist eine starke Tendenz hin zu einem Wunsch nach beruflichen Tätigkeiten, die in einer entspannten Art und Weise beruflichen, finanziellen und sozialen Erfolg bringen. Dies ist nur zu verständlich, spricht dieser Gedanke doch die innerste menschliche Emotion nach Stressfreiheit und Entspannung bei gleichzeitigem Erfolgserleben an.
Hierbei haben aber gerade in der heutigen Zeit folgende Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die Tätigkeitsintensität: Finanzieller Erfolg gemessen an Menschen, die über Jahrzehnte große Unternehmungen erfolgreich führen und leiten, soziale Anerkennung die einher geht mit dem finanziellen Erfolg, Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, Absicherung.
Da der heutige Gesellschaftsmensch durch sein Umfeld von Jugend an stets in einer Vergleiche ziehenden Struktur zu anderen Mitmenschen lebt und aufwächst, werden die oben angeführten Kriterien zu Triebfedern seines Handelns und Wirkens. Nur allzu oft sind solche Phänomene, die auch im negativen chronischen Erscheinungsbild als Komplexe bezeichnet werden, offensichtlich. Zum Beispiel sagt man, dass kleinwüchsige Männer dazu neigen, sich durch eines gesellschaftlich als hochwertig angesehenen Ersatzes in ihrem Umfeld den Eindruck des starken oder großen Machers zu vermitteln. Oder der alternde Mann als auch Frau, die verzweifelt Jugend vorleben, in dem sie sich wie Teenager kleiden und benehmen. Die Verhaltenspsychologie kennt hier nahezu viele Färbungen, die in der heutigen Zeit immer zahlreicher werden.
Was hat das aber mit dem Profiberuf eines Kampfkunst/-sportlehrers zu tun? In dieser hierzulande offiziell nicht anerkannten beruflichen Tätigkeit vereinigen sich Vorstellungen wie: Soziale Anerkennung, leichter finanzieller Erfolg, Stressfreiheit da man im Freizeitcharakter arbeitet, Abhebung zu normalen Berufsbildern durch ANDERS SEIN, die körperliche Überlegenheit als Darstellung der Überlegenheit der Psyche, das Hobby zum Beruf machen, etc...
Wenn ein junger Mensch nun einen Berufsveteran nach seinen Erfahrungen befragt, und hört, dass man im Berufsleben für den Erfolg hart arbeiten muss, Stress über lange Zeiträume hin erleiden muss, usw. dann liegt es nahe, dass man gerne einen leichteren Weg einschlagen will oder umschwenkt, wenn man schon im Berufsleben verankert sein sollte.
Spielt man mit dem Gedanken, diesen Weg zu beschreiten, so muss auch bedacht werden, welches die Voraussetzungen für solch eine Tätigkeit sind. Da das 'Berufsbild' des professionellen Kampfkunst/-sportlehrers kein offizielles ist, so gibt es auch keinen Anforderungskatalog an die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit. Wenn man aber jetzt einfach mal die wichtigste Grundvoraussetzung des technischen und körperlichen außen vorlässt, muss man sich zwangsläufig fragen: Welches sind denn die weiteren Fähigkeiten oder Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Tätigkeit in diesem Bereich notwendig sind?
- Es wird hier davon ausgegangen, dass auch eine erfolgreiche Tätigkeit angestrebt wird, mit der die erstrebenswerten sozialen und finanziellen Ziele erreicht werden sollen, ansonsten würde sich wohl eher ein solider und abgesicherter Job besser darstellen -


